Von Panikattacken und Schwindel auf den Großglockner

Jetzt ist es schon ein paar Tage her und ich kann es immer noch nicht richtig fassen. Ich war am Großglockner – Österreichs höchstem Berg 3798m.

Warum ist es so etwas Besonderes für mich? Vor ca. 10 Jahren hat mein Leben angefangen sich etwas anders zu drehen. Aus medizinisch unerklärbaren Gründen entwickelte sich in mir ein Schwindel, der mich seit dem täglich begleitet. Nach zahlreichen Untersuchungen und Arztbesuchen bekam ich die Diagnose „Ich bin gesund. Ich habe nichts.“ – aber ich hatte doch den Schwindel? Ich konnte es nicht glauben. Aus dieser Unsicherheit heraus, entwickelten sich Angst und Panikattacken. Auto fahren war für mich oft schon eine Herausforderung, Bergtouren, die etwas ausgesetzt waren, waren unmöglich und teilweise konnte ich nicht mal mehr auf eine Alm gehen. In ein Flugzeug setzen? Vergiss es- nie im Leben…. Und irgendwann kam die Wende- ich fragte mich „was ist das Schlimmste was passieren kann? dann beschloss ich mich meinen Panikattacken und meinem Schwindel zu stellen. Ich begann wieder zu reisen und kleine Wanderungen zu machen (dabei starb ich oft 1000 Tode, habs aber trotzdem überlebt ????) ich steigerte unbewusst immer wieder die Herausforderungen in meiner eigenen Mimi-Welt.

Diese Woche war es dann so weit, ich ging auf den Großglockner im vollen Vertrauen, dass ich es schaffen werde. Körperlich war es kein Problem- ich wusste dass ich die 2000 Höhenmeter gehen kann, aber mental wusste ich nicht was passieren wird. Aber wisst ihr was, ich bin es einfach gegangen. Ich habe nichts dem Zufall überlassen (ihr kennt mich ja ???? ) hab mir die bestmögliche Bergführerin (Female Power ???? )ausgesucht, die ich mir vorstellen konnte und dann bin ich einfach gegangen.

Das Wetter war perfekt- es war bewölkt, und so waren wir alleine am Berg. Den ganzen Tag- und das ist schon was Besonderes am Glockner.

Ich habe am Freitag einen großen Teil meiner Vergangenheit am Gipfel gelassen, bin über Jahre mutiger geworden und traue mir selbst mehr zu. Während der Bergtour hatte ich nie ein Gefühl von Panik, Angst oder Schwindel. Die Symptome waren einfach nicht da. Ich war voll und ganz im „Hier und Jetzt“ und konnte den Weg einfach genießen. Es war ein langer Prozess die letzten Jahre, aber ich habe den Weg geliebt und ich wusste nicht, wo er hinführt. Mich hat er auf den Großglockner geführt und ich bin unglaublich stolz und glücklich darüber.

In meiner Arbeit unterstütze ich Menschen, wie Du es vielleicht einer bist seine Wege zu verfolgen, seine Beschwerden und sein „altes Ich“ hinter sich zu lassen, den eigenen Mut zu finden und das schier Unmögliche möglich zu machen.

Ich habe selbst nie daran gedacht, dass ich jemals mit meinen Symptomen auf dem höchsten Berg Österreichs stehen werde, aber ich habe es geschafft – und ich weiss, dass auch Du Deine Symptome hinter Dir lassen und ein „neues, gesundes Ich“ erschaffen kannst.

Also geh Deinen Weg, sei im Vertrauen, höre auf Dein Herz und hab Mut etwas zu machen, das eigentlich unmöglich ist.  

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